Sebastian McCoskrie ist bei CLIQ verantwortlich für die Bereiche Investor Relations und Finanzpresse. Er wuchs in England auf und zog mit 15 Jahren nach Deutschland. Nach seinem Abitur in Düsseldorf absolvierte er bei der Deutschen Bank eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Anschließend ging er nach Bayern, um dort Betriebswirtschaftslehre zu studieren (und – wie er uns erzählte – sehr viel über bayerisches Bier zu lernen). Im Anschluss an sein Studium war er in verschiedenen Positionen im Finanzbereich tätig, bevor er dann in das mit Preisen ausgezeichnete Investor Relations-Team des METRO-Konzerns wechselte. Dort arbeitete er unter anderem für zwei Jahre in Moskau an einem spannenden IPO-Projekt. Nach 16 Jahren bei METRO ging er nach Frankfurt, um eine Finanzkommunikationsagentur zu leiten. Vier Jahre lang beriet er dort Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen. 2020 kehrte er nach Düsseldorf zurück. Seitdem ist er bei CLIQ. Sebastian ist verheiratet und hat eine 13-jährige Tochter, die – wie er uns verriet – manchmal (gelinde gesagt) ganz schön anstrengend sein könne.

Im Interview haben wir mit Sebastian über seine berufliche Laufbahn, die Herausforderungen in seinem Arbeitsbereich sowie seine persönlichen Stärken und Schwächen gesprochen. Außerdem erfahren wir von ihm, warum das Arbeiten in der Finanzkommunikation letztendlich sogar noch besser ist, als über den Wolken zu fliegen.

Hi Sebastian! Was wolltest Du als Kind werden?

Ich wollte immer Hubschrauberpilot werden. Aber auf der Schule in England fanden sie heraus, dass ich farbenblind bin. Das war’s dann mit meinem Traum. Sie sagten übrigens auch, dass ich nicht Elektriker werden könne – was für eine Erleichterung! Schließlich habe ich meinen Traumjob im Investor Relations-Bereich gefunden – eine Arbeit, die mir sehr viel Spaß macht.

Was ist Deine größte Stärke und was Deine größte Schwäche?

Ich habe starke analytische Fähigkeiten und ein ausgeprägtes Organisationsgeschick, und ich kann ziemlich viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten. Außerdem profitiere ich in meinem Job von meinen Sprachkenntnissen, meiner Kommunikationsfähigkeit und meiner sozialen Kompetenz. Denn wir müssen jeden Tag mit unseren “Kund:innen” interagieren, Einzelheiten erklären, Erwartungen managen und eine gute Kommunikation zu Investor:innen, Analyst:innen und der Finanzpresse pflegen. Kurzum: Kundenorientierung und gute Ideen für unsere Kommunikation sind der Schlüssel zum Erfolg in meinem Beruf. Meine größte Schwäche ist wohl meine Ungeduld: Ich erledige Dinge gern möglichst schnell und effizient. Außerdem habe ich eine Schwäche für gutes Essen.

Welche Trends beobachtest Du aktuell auf dem Aktienmarkt? Und wie werden sich diese Trends Deiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren fortsetzen?

Ein beherrschender Trend ist sicherlich Nachhaltigkeit. Besonders interessant für uns im IR-Bereich sind ESG-Anlagen, also nachhaltige Anlagen. Die Idee dabei ist, dass Investor:innen Unternehmen nicht nur nach ihrer Wirtschaftsleistung, sondern auch nach ihrer ökologischen, sozialen und ethischen Bilanz bewerten. Dadurch soll ein besserer Kapitalismus geschaffen und die große Bedrohung durch den Klimawandel angegangen werden. Diese Idee hat in den vergangenen Jahren starken Auftrieb bekommen: Nach Angaben der ganz Großen im Investment Management werden über ein Drittel der Vermögenswerte, also insgesamt 35 Billionen USD, nach dem einen oder anderen Gesichtspunkt der ESG investiert. Wir bei CLIQ arbeiten zurzeit an einem Nachhaltigkeitsprofil. Und wir legen gerade den Rahmen fest, um unseren Impact aus ESG-Perspektive zu bewerten und zu kommunizieren mit dem Ziel, zukünftig ESG-Investoren zu gewinnen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Dich aus?

Ich bin ein Frühaufsteher. Deshalb fängt mein Tag morgens ziemlich früh an mit E-Mails und Nachrichten lesen und beantworten. Der Alltag im IR-Bereich wird vom Kalender bestimmt: Bei uns steht immer irgendeine Investorenkonferenz oder eine Finanzberichterstattung an, die meine Aufmerksamkeit erfordern. Außerdem habe ich zahlreiche Investorenmeetings, an denen ich entweder persönlich oder per Videocall teilnehme. Im letzten Jahr waren es über 200 solcher Meetings. Intern halten wir uns stets über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden. Der Austausch mit Kolleg:innen ist deshalb immer gut investierte Zeit. Ich halte stets Ausschau nach interessanten Nachrichten, um unsere Kapitalmarkt-Community über unsere geschäftliche Entwicklung und unsere Zukunftsaussichten auf den neuesten Stand zu bringen.

Welche Eigenschaft ist Deiner Meinung nach für eine Arbeit im IR-Bereich am hilfreichsten?

Kommunikationsstärke und Authentizität. Wir stehen jeden Tag im Wettstreit um das Kapital der Aktionär:innen. Deshalb müssen wir uns an ihren Bedürfnissen ausrichten und Informationen zu komplexen Finanzthemen und strategischen Themen so gut wie möglich vereinfachen. Finanzkommunikation muss professionell sein, aber in erster Linie für die Adressat:innen einen Mehrwert schaffen.

Was war die größte Herausforderung, die Du bislang zu bewältigen hattest?

Der Umzug von England nach Deutschland als Teenager, ohne die deutsche Sprache richtig sprechen, geschweige denn schreiben zu können.

Wie definierst Du Erfolg?

Wenn Anleger:innen gut informierte Anlageentscheidungen treffen.

Was macht Dich wirklich glücklich?

Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen und neue Orte zu erkunden.